Kopfschmerzen

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Kopfschmerzen:

Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Erkrankungen in der Bevölkerung überhaupt. Für viele Patientinnen und Patienten besteht jedoch das Problem, dass Kopfschmerzen als Erkrankung nicht immer ernst genommen oder falsch eingeordnet werden. Grundsätzlich kann zwischen primären Kopfschmerzen (Migräne, Spannungskopfschmerzen, Clusterkopfschmerzen u.a.) und sekundären Kopfschmerzen, die aufgrund einer anderen Ursache entstehen (z.B. Blutungen oder Entzündungen im Gehirn oder am Schädel), unterschieden werden. Wir differenzieren mit Ihnen die unterschiedlichen Kopfschmerztypen und besprechen mit Ihnen anschließend Ihre individuelle Therapie.

Unsere Themengebiete zu Kopfschmerzen

Das Gehirn selbst ist nicht schmerzempfindlich. Die Ursache der häufigsten primären Kopfschmerzsyndrome wird zwar vom Gehirn selbst gesteuert, die klinischen Symptome werden aber durch die Nerven der Hirnhäute vermittelt. Der sensible Hauptnerv des Gesichtes und der Kopfhaut ist der 5. Hirnnerv (N. trigeminus) mit seinen 3 Ästen. Im Nervenknoten (Ganglion) des Nervus trigeminus liegen die Nervenzellkörper, die über ihre Fortsätze (Synapsen) mit der harten Hirnhaut (Dura mater), mit den Hirngefäßen und dem sensiblen Nerv der Augengegend, dem N. opthalmicus, verbunden sind. So ist erklärbar, dass durch Botenstoffe, die in den Zellkörpern des Ganglion N. trigemini nachgewiesen werden, die Symptome ausgelöst werden.

Diagnostisch sind wir auf eine gute Anamnese und den neurologischen Untersuchungsbefund angewiesen. Primäre Kopfschmerzen sind hierüber definiert, d. h., es gibt keine apparative Untersuchung, die eine bestimmte Kopfschmerzform beweist. Wir fragen genau nach Lokalisation, Dauer, Intensität, Art und Frequenz der Kopfschmerzen sowie eventuelle Begleitsymptome. Zusätzlich müssen bereits bekannte Erkrankungen erfragt werden. Anhand einer solchen differenzierten Anamnese ist es oft bereits möglich, primäre von sekundären Kopfschmerzen zu unterscheiden und auch die zugrunde liegende Erkrankung bei sekundären Kopfschmerzen in Erfahrung zu bringen. Apparative Untersuchungen sind zur Differenzierung der Kopfschmerzen nicht erforderlich, sondern schließen nur eine sekundäre Kopfschmerzform aus (d. h. ca. 8 % der Kopfschmerzsyndrome).

Die häufigste Kopfschmerzform ist die Migräne. Ca. jeder 10. Mensch in Deutschland leidet an Migräne und die meisten Menschen erleben ihre erste Attacke in der Kindheit oder als Teenager. Migräne kann Menschen jeden Alters betreffen, am häufigsten sind Frauen mittleren Alters betroffen.

Eine Migräne-Attacke verläuft oft in mehreren Phasen. Im Mittelpunkt steht jedoch für die meisten Patienten der anfallartig auftretende starke Kopfschmerz, der Schmerz ist stechend, pochend, häufig einseitig. Die Patienten können seine Aktivitäten nicht weiterführen, sie sind lärm- und lichtempfindlich, oft kommen starke Übelkeit und Erbrechen hinzu. Körperliche Aktivität verstärkt die Attacke. Während der Kopfschmerzphase sind Migränepatienten in der Regel so empfindlich, dass sie sich in einem abgedunkelten und lärmgeschützten Raum zurückziehen.

 

Man weiß, dass Alkohol und Rauchen Migränekopfschmerzen auslösen kann, insbesondere Rotwein ist für viele Migränepatienten schwer zu vertragen. Auch Stress wirkt Migräne-auslösend. Sind in der Anamnese Auslöser erkennbar, sollte der Lebensstil angepasst werden, oft können wir durch eine Strukturierung des Tagesablaufes und Ernährungsumstellung mehr erreichen als durch alle Medikamente. Auch ein hoher Medienkonsum trägt zu Migräneattacken bei. Es ist außerdem in mehreren Studien gezeigt worden, dass Ausdauersport die Häufigkeit von Migräneattacken reduzieren kann.

Da es keine Schmerztherapie „von der Stange“ gibt, sollen hier nur ganz kurze Ratschläge aufgeführt werden.
In der Migräneattacke selbst kommen reguläre Schmerzmittel und die sogenannten Triptane zum Einsatz. Diese Medikamente können die Ausschüttung der Botenstoffe hemmen und so die Symptome eines Migräneanfalls abmildern.
Eine Dauertherapie als Migräneprophylaxe sollte dann überlegt werden, wenn mehr als 3 bis 4 Migräneattacken pro Monat auftreten oder besonders heftige und lange Migräneattacken die Patienten deutlich beeinträchtigen, insbesondere wenn auch berufliche und soziale Konsequenzen eintreten oder zu befürchten sind. Für die Migräneprophylaxe gibt es eine Vielzahl von Pharmaka, die effektiv sind. Wir suchen mit Ihnen die passende Therapieform.

Der Begriff ‚Spannungskopfschmerzen’ fasst die Kopfschmerzformen zusammen, die in der früheren Literatur auch als Stress-Kopfschmerzen bezeichnet wurden und sind die häufigsten Kopfschmerzen überhaupt.

Die Kopfschmerzen haben einen dumpf-drückenden Charakter, sie werden wie „ein Eisenband, das um den Kopf geschnürt ist“, empfunden oder so, als ob „der Kopf in einen Schraubstock eingespannt ist“. Andere Patienten beschreiben ihn als „Gefühl der Benommenheit“ oder als „Gefühl, nicht klar denken zu können“. Unter körperlicher Belastung oder Lagewechsel nehmen die Kopfschmerzen nicht zu.

Viele Patienten sind zwar von diesen Kopfschmerzen beeinträchtigt, können ihre täglichen Aufgaben trotzdem wahrnehmen.

Wie der Name schon sagt, ist bei Spannungskopfschmerzen eine gezielte Entspannung der richtige therapeutische Weg.

Mehrere Studien konnten einen positiven Effekt von Ausdauersportprogrammen auf die Zahl der Kopfschmerztage pro Monate zeigen. Ausdauersportarten, wie Joggen, Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking können damit als nicht-medikamentöse Maßnahmen in der Therapie von Spannungskopfschmerzen empfohlen werden.

Das inzwischen am weitesten verbreitete Verfahren, insbesondere aufgrund seiner leichten Erlernbarkeit und Anwendbarkeit, ist die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen (Jacobsen 1938). Die Patienten lernen dabei zunächst einzelne Muskelgruppen zu aktivieren und wieder zu entspannen. Danach wird erlernt, diese Übungen auch in stressreichen Situationen anzuwenden. Der Therapeut geht im Rahmen des Stressbewältigungstrainings mit dem Patienten den gesamten Tagesablauf durch, zeigt auslösende Situationen auf und versucht gemeinsam mit dem Patienten spezifische Bewältigungsstrategien zu erarbeiten.

Therapeutisch kommen Analgetika zum Einsatz genau wie Antidepressiva, allerdings in einer deutlich niedrigeren Dosierung als die normalerweise bei der Depressionstherapie verwendeten. Da der Spannungskopfschmerz sehr häufig mit psychischer und physischer Anspannung zusammenhängt, sind bei dieser Diagnose auch psychotherapeutische Therapieverfahren oftmals sehr hilfreich.